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soz:mag #3

soz:mag - Das Soziologie Magazin
Basel, Bern, Genf, Zürich: Verein virtuelle SoziologInnen
Ausgabe Nr. 3 (April 2003)



Wieder arbeiten?

Strategien zur Bewältigung der Frühpensionierung

Im letzten Jahrzehnt trat fast ein Drittel aller Erwerbstätigen frühzeitig in den Ruhestand über. Längst nicht alle freiwillig. Was tun, wenn einem der eigene Betrieb nicht mehr braucht? Frau Oberli arbeitet als Telefonistin im Verkauf von Inseraten, Herr Jutzeler betreut Mandate im Bereich Management Support. Beide wurden Ende der Neunzigerjahre auf Initiative der Swisscom hin im Alter von 50 und 56 Jahren frühpensioniert - und arbeiten wieder. Am Beispiel des Schweizer Telekommunikationskonzerns soll hier gezeigt werden, mit welchen Strategien Frührentner auf ihre Pensionierung reagieren.

Von Matthias Kuert
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Die Wiederentdeckung der Chancengleichheit

Was bringt die Berufsmatura?

Es regt sich was im Bildungssystem! Politische Ereignisse, insbesondere das neu verabschiedete Bildungsgesetz im Kanton Zürich, versetzen VerfechterInnen der Chancengleichheit in eine eher depressive Stimmung. Es gibt jedoch auch Lichtblicke: Bildungssoziologie ist für werdende KindergärtnerInnen und LehrerInnen neu ein Pflichtfach, und die Berufsmatura scheint die soziale Herkunft ihrer Studierenden zu durchmischen.

Von Claudia König
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Lebens- und Berufsverläufe von SoziologInnen der Uni Zürich

Von Hintertüren, Lebenswegen und 'akademischem Frauensterben'

Der folgende Artikel gibt Einblick in den "work in progress" des Forschungsprojektes "Lebens- und Berufsverläufe von SoziologInnen der Universität Zürich" der Autorin. Sie zeigt darin Lebens- und Berufsverläufe von Soziologinnen und Soziologen auf, die ihr Studium zwischen 1970 und 1999 mit einem Lizentiat an der Universität Zürich abgeschlossen haben. Ihr besonderes Interesse gilt den Soziologinnen, deren Lizentiatsarbeiten auch der Frauen- und Geschlechterforschung zugeordnet werden können.

Von Regina Scherrer Käslin
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Esoterik und Antisemitismus

Eine kritische Analyse von Esoterik-Magazinen

Auf den ersten Blick scheint die Esoterik-Szene eine apolitische und harmlose Bewegung zu sein. Schaut man sich einschlägige Publikationen der Szene, wie z.B."esotera", "connection" oder die Schweizer Produktion "Spuren" an, dominieren in erster Linie Gesundheitsthemen mit z.T. obskuren Heilmethoden und eine fassettenreiche Suche nach Erleuchtung und dem Übersinnlichen. Bei einer genaueren Analyse der Szene-Inhalte fällt dem kritischen Beobachter/der kritischen Beobachterin aber schnell das irrationale, antimoderne, antisoziale und antiaufklärerische Gedankengut dieser Szene auf. Anhand weniger Punkte soll im Folgenden aufgezeigt werden, auf welche Grundsätze und Ideologien sich das Denken der Esoterik-Szene stützt, aus welchen Gründen sich gerade in dieser Szene antisemitisches Denken wiederfindet und welche ExponentInnen eine herausragende Rolle spielen.

Von Bernhard Piller
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Das permanente Provisorium

Gesundheitszustand und Rechtsstellung von Asyl Suchenden und vorläufig Aufgenommenen

In der Schweiz leben mehrere tausend Flüchtlinge seit Jahren ohne gesicherten rechtlichen Status. Ihre Situation ist geprägt durch Ungewissheit und fehlende Zukunftsperspektive. Der folgende Artikel zeigt auf, dass die oft schon schlechte psychische und physische Verfassung dieser so genannten "Langjährigen" durch die provisorische Aufenthaltsbewilligung noch verschlechtert wird. Die Frage, inwieweit die Bedingungen im Aufnahmeland gesundheitliche Auswirkungen zur Folgen haben, kann jedoch nicht losgelöst von den Erfahrungen im Heimatland und den migrationsbedingten Stressfaktoren beurteilt werden.



Dieses Buch wird Ihr Leben verändern!

Zur politischen Rationalität aktueller Lebensführungskonzepte

Ein Studium erfordert grossen Organisationsaufwand - Selbstorganisation ist gefragt: die eigenen Kapazitäten an Zeit und Energie einteilen, effektive Lern- und Arbeitstechniken anwenden, verschiedene Lebensbereiche ausbalancieren; all dies will gelernt sein, nicht nur um erfolgreich studieren zu können, sondern auch um die im späteren Berufsleben gefragten, auf dem Arbeitsmarkt relevanten Kompetenzen aufzuweisen. Aber keine Panik, hier die gute Nachricht:, man kann es lernen! Beispielsweise dank entsprechender Selbstmanagement-Literatur. Die Verantwortung für unbefriedigende Arbeitssituationen, unglückliche Beziehungen und Versagen liegt nicht bei anderen oder in äußeren Umständen, sondern bei uns selbst - so der Ausgangspunkt des aktuellen Selbstmanagement-Diskurses. Praktiken, die helfen sollen, das eigene Leben, Lieben und Arbeiten zu organisieren, haben ihre je spezifische Rationalität. Der Artikel fokussiert den politischen Charakter derselben.

Von Barbara Sutter
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Die Gewalt der Ökonomie und die Ökonomie der Gewalt

Globalisierungseffekte in Zentrum und (Semi-)Peripherie

In der Globalisierungsdebatte der Neunziger war die Rede vom Terror der Ökonomie, von den Veränderungen die gewaltsam über die Menschen hereinbrachen. Seit dem 11. September 2001 herrscht nun aber der Diskurs vom realen Terrorismus vor und die Ökonomie des Terrors steht im Vordergrund. Beide Phänomene sind Ausdruck der selben globalen Entwicklung: der Globalisierung - die keineswegs neu ist. Im folgenden Artikel werden Parallelen gezogen zur Globalisierungswelle zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Diese endete mit dem Attentat auf den Thronfolger Franz-Ferdinand in Sarajevo, das den 1. Weltkrieg auslöste. Wie geht die Geschichte diesmal weiter?

Von Hanno Scholtz
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Das Ende des Politischen?

Die Transformation des Nationalstaates im Neoliberalismus

Neoliberalismus, Globalisierung und Internationalisierung der Politik sind Begriffe, die in der Regel mit dem Verlust der nationalstaatlichen Souveränität verbunden werden. Der "Rückzug der Staates" wird von den einen begrüsst und von den anderen bedauert. Im folgenden Artikel wird diese These der "Staatsschwächung" kritisiert. Hinter jeder Gesellschaftsform steckt eine Form des Politischen und auch die Ökonomisierung der Gesellschaft ist ein politischer Prozess, der auf einen starken Staat angewiesen ist.

Von Maria Markantonatou
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Triumph und Elend des Neoliberalismus

Zum Thema des SGS Kongresses 2003

Das Thema des diesjährigen SGS-Kongresses lautet "Triumph und Elend des Neoliberalismus" - "Splendeur et misère du néolibéralisme". Dass sich die Thema-Formulierung in den beiden Sprachen nicht buchstäblich entspricht, hat mit unserem Sprachgefühl zu tun.

Von Thomas S. Eberle
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Interview: "Die Gegenwart mit Geschichte erklären"

Caroline Arni (33) ist Soziologin und Historikerin. Und umgekehrt. Die bevorzugten Forschungsfelder der frisch gebackenen Doktorin sind Paarbeziehungen und Liebe in der Moderne sowie die gesellschaftliche Entwicklung feministischen Denkens. Im Laufe der vergangenen zwei Jahre war Caroline unter anderem als Doctorante-visiteur an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris, hat als Dozentin am Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Uni Bern gearbeitet und wohnte als Gast am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (D) der Studiengruppe "Love & Europe" bei. Jetzt hat sie das Institut für Soziologie der Uni Bern wieder, wo sie vorher schon Hilfsassistentin und Assistentin gewesen ist. Im Gespräch erhellt Caroline ihr Selbstverständnis als Forscherin, erläutert das Problem der Fortschrittsmentalität für unser Geschichtsbild, wägt "doing gender" und Hormone gegeneinander ab, fragt nach der Privatisierung des Feminismus, schildert die Geburt des Geissenpeters und gibt ihre Pläne bekannt: Schauen, wie Gefühle gesellschaftlich codiert sind.

Interview: Denis Hänzi
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Lesenswert

Lektürehinweise:
Norbert Elias: Über die Einsamkeit der Sterbenden in unseren Tagen
Widerspruch 43



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Von: soz:mag
09.10.05 19:25


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